Um das Thema Kind krank kreisen viele Gerüchte. Für Angestellte ist es glasklar, dass sie ab dem ersten Tag Krankengeld erhalten.
Doch was gilt für dich als selbstständige Mutter und freiwillig gesetzlich Versicherte? Ob im Gespräch mit anderen Selbstständigen oder mit der Krankenkasse: Vermutlich hast du schon oft gehört, dass du keinerlei Anspruch auf Kinderpflegekrankengeld hast oder dieses erst ab dem 43. Krankentag deines Kindes gezahlt wird. Diese unterschiedlichen Meinungen führen nicht nur zu Verwirrung, sondern auch zu einem Gefühl der Ungerechtigkeit. Denn für viele selbstständige Mütter bedeutet ein krankes Kind nicht nur liegengelassene Arbeit, sondern auch ein Verdienstausfall. Dabei muss das gar nicht sein.

Anspruch ab dem ersten Tag

Tatsächlich bestätigte das Bundesversicherungsamt bereits in seinem Tätigkeitsbericht für das Jahr 2015 einen Anspruch auf Kinderpflegekrankengeld für hauptberuflich Selbstständige. Geregelt wird dies mit dem Paragraph 45 des Sozialgesetzbuchs (§ 45 SGB V). Da die Zahlung des Kinderpflegekrankengelds eine kurzfristige Leistung ist und nur für eine geringe Anzahl an Tagen pro Jahr gewährt wird, ist es unverhältnismäßig die gleiche Regelung wie beim Versicherten anzuwenden, der in der Regel erst ab dem 43. Tag Krankengeld erhält.

Wichtig ist also Folgendes:

  • du bist Mitglied in einer gesetzlichen Krankenversicherung
  • dein Versicherungstarif enthält einen Krankengeldanspruch
  • du hast eine Bescheinigung, dass dein krankes Kind gepflegt/beaufsichtigt werden muss („Ärztliche Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes“)
  • keine andere im Haushalt lebende Person kann die Betreuung übernehmen
  • du generierst kein Einkommen während du dich um dein krankes Kind kümmerst
  • dein betroffenes Kind hat das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet (für behinderte Kinder gilt dies nicht)

10 Tage „Kind krank“ im Jahr

Für jedes Kind stehen beiden Elternteilen jeweils 10 Tage Krankengeldanspruch im Kalenderjahr zur Verfügung. Alleinerziehende verfügen über 20 Arbeitstage pro Kind. Bei mehr als zwei Kindern addieren sich die Tage jedoch nicht unbegrenzt auf – der Anspruch pro Elternteil ist nämlich auf 25 Arbeitstage pro Jahr gedeckelt, bei Alleinerziehenden entsprechend auf 50 Arbeitstage.

Fazit

Wenn du freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert bist und selbst Krankengeldanspruch hast, steht dir unter bestimmten Voraussetzungen Kinderpflegekrankengeld zu. Leider kommunizieren die Krankenkassen diesen Anspruch nicht immer. Wird dir die Zahlung nach § 45 SGB V verweigert, lasse dir dies unbedingt begründen, damit du gegebenenfalls bei ungerechtfertigter Leistungsverweigerung Beschwerde einreichen kannst. 

Für privat versicherte Selbstständige besteht in der Regel kein Anspruch auf Kinderpflegekrankengeld.

Maria

Maria

Business- und Marketing-Beraterin, Texterin

Hallo! Ich bin Maria und die Gründerin von home|office|mom. Hier unterstütze, inspiriere und motiviere ich Frauen wie DICH, ihr Business aufzubauen und ihre Träume und Pläne erfolgreich in die Realität umzusetzen. 

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