Für manche Menschen mag die Headline ein wenig provokant sein. Denn viele da draußen haben noch folgendes Bild von der perfekten Elternzeit vor Augen: Gutgelaunte Mütter sitzen Cappuccino trinkend beisammen, tauschen sich aus, während ihre hübschen, wohlerzogenen Kinder einträchtig gemeinsam spielen. Warum um alles in der Welt sollte man also in dieser Auszeit an den Job, an die (berufliche) Selbstverwirklichung und an das danach denken? Ich sage dir, warum!

Vorab muss ich dir noch die wichtigsten Hintergründe zum Arbeiten während der Elternzeit bzw. des Elterngeldbezugs mitteilen: Wenn du ein nebenberufliches Gewerbe anmelden möchtest, musst du dir das in der Regel von deinem Arbeitgeber genehmigen lassen. Während du Elterngeld erhältst darfst du kein Einkommen haben. Jede Form von Einkommen wird auf dein Elterngeld angerechnet. Bei Elterngeld Plus sieht es anders aus. Was es zu beachten gibt und wie viel du arbeiten darfst, erfährst du im Familienportal des Bundes. Informiere dich gut, was wie geht. Denn deine Informationen sind in jedem Fall ihr Geld wert.  

Mutterschutz als Start

Nicht die Elternzeit, sondern schon früher ist theoretisch der perfekte Start in die Selbstständigkeit oder berufliche Neuorientierung. Der Mutterschutz vor der Geburt kann schon einen guten Grundstein für die Reflexion der letzten Jahre sein. Wie war es zum Schluss im Job? Wie stellst du dir deine Zukunft vor? Bist du glücklich mit den Rahmenbedingungen?
Wie bei so vielen Frauen, verliefen bei mir die letzten Wochen in der Arbeit nicht ganz reibungslos. Wir sind schwanger – was an und für sich laut Arbeitgeber natürlich toll ist –aber trotzdem landen wir schnell auf dem Abstellgleis. Der letzte Tag war vorbei und ich bin mit Vorfreude auf das, was kommt, und einem mulmigen Bauchgefühl im Hinblick auf meine Arbeitsstelle nach Hause gegangen. Der Unmut war groß. Mir ging es allerdings die letzten Wochen blendend und alles war bereits vorbereitet: also habe ich mich noch vor der Geburt meines Sohnes um die Anmeldung meines Gewerbes gekümmert.

Ich konnte in aller Ruhe die Termine auf dem Rathaus, mit der Steuerberaterin und auf der Bank erledigen. Zwei Wochen vor der Entbindung war ich dann fertig mit den organisatorischen Dingen. Meine nebenberufliche Selbstständigkeit war vom Arbeitgeber abgesegnet und alles lief in geordneten Bahnen. Dem Kind ging es gut und ich als werdende Mama konnte dieses Thema zumindest für die kommenden Wochen vergessen.

Elternzeit als Probephase

Und plötzlich sah die Welt anders aus. Mein Kind war da, ich war eine frischgebackene Mutter und kämpfte mich durch den Alltag mit Kind, Haushalt und mir. Ich genoss die Zeit, die vielen kleinen Momente und die innigen Momente mit meinem Kind. Trotz allem fehlte mir ziemlich bald etwas. Was genau, konnte ich gar nicht so richtig betiteln. Wieder ein paar Wochen später war es mir klar: Mir ging es ab, mitzudenken und mich in ein Thema einzuarbeiten. Das war für mich der passende Zeitpunkt, um neben meiner neuen Rolle als Mutter mich in der Selbstständigkeit zu erproben.

Im Kopf bastelte ich an meiner Webseite; später dann im Webseitenbaukasten. Wann immer ich die Schnauze voll hatte vom Windeln wechseln, mich über Beikost zu unterhalten oder mit dem leidigen Haushalt zu beschäftigen, saß ich am Rechner oder Notizbuch. Ich feilte mein Angebot aus, definierte meine Schwerpunkte und womit ich eigentlich Geld verdienen möchte. Ich bildete mich zum Thema Suchmaschinenoptimierung weiter, hörte Podcasts beim Spazierengehen und las Fachliteratur. 

Gleichzeitig lernte ich viele neue Menschen kennen, egal ob Baby-Massage, Spielplatz oder beim Kinderarzt. Wir unterhielten uns über viele Dinge. Manchmal wurde ich hellhörig: Habe ich hier was von Marketing gehört? Du brauchst eine Webseite? Na dann, lass es uns gemeinsam angehen. Kurz und knapp: im ersten Jahr Elternzeit habe ich genetzwerkt und mich selber fortgebildet.

Mit dem Ende des Elterngeldbezugs setzte ich auch erste Projekte erfolgreich um. Gleichzeitig war ich immer noch in der Elternzeit, mein Arbeitsvertrag ruhte also. Ich musste mich nicht um eine private Krankenversicherung kümmern und war abgesichert. Ich konnte mir meine Arbeitszeit frei einteilen, wie es für mich und mein Kind passte. 

Zu dir und deinem Start in die Selbstständigkeit – Checkliste

Der Text ist länger geworden, als ich es mir gedacht habe. Aber du siehst an meiner Geschichte, dass es immer einen Weg gibt. Wenn du mehr als einen der folgenden Punkte auf der Checkliste abhaken kannst, dann bist auch du bereit für deinen Start in die Selbstständigkeit während der Elternzeit.

Worauf willst du noch warten? Leg los, werde erfolgreich!

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Dann lies unsere Tipps, wie du mit deinem Baby im Homeoffice arbeiten kannst.

Regine

Regine

Marketingberaterin, Strategin und Texterin

Hi, ich heiße Regine und bin als Selbstständige ein Homeoffice-Fan. Als Mutter von zwei quirligen Jungs schreibe ich im Blog über meine Learnings und wie ich Business und Familie gut unter einen Hut bekomme.

Mehr über home|office|mom und wie wir zusammenarbeiten können …